03 Juni 2007

Bamber House und Vin Alto

Vor Susi und meiner Tour durch Northland haben wir beim Bamber House abgeklärt für zwei Wochen freie Unterkunft zu bekommen. Im Gegenzug für die kostenlosen Übernachtungen hatten wir 5 Tage die Woche 2,5 Stunden zu putzen und zu räumen. Gleich am Montag nach unserer kleinen Reise ging es morgens los: Toiletten putzen, Küche putzen, Betten beziehen, saugen, Staub wischen, etc… Insgesamt haben immer sechs Leute die Möglichkeit eine "Free Accommodation" zu bekommen und mit so vielen Leuten ging die Arbeit leicht von der Hand und war schnell erledigt.
Schön war es für mich das Hostelleben mehr mitzubekommen, da ich vorher ja bei Angela gewohnt hatte. Es hat Spaß gemacht so viele unterschiedliche Leute zu erleben, viele verschiedene Reisegeschichten zu hören und beim allabendlichen Kochen konnte man sich regelrecht von den verschiedensten Gerichten und Kochgewohnheiten der Leute inspirieren lassen.
Für unsere freien Tage hatten Susi und ich uns Ausflüge in das Aucklander Umland vorgenommen. Nun waren wir ja auch, mit ihrem Auto wesentlich mobiler als zuvor. Unser erster Ausflug führte uns nach North Shore. Wir wollten uns Devonport und Takapuna Beach ansehen und dort etwas Zeit verbringen. In Devonport haben wir uns einen Capuccino im Java House gegönnt, ein gemütliches Café in einer kleinen Seitengasse im Zentrum des Stadtteils. Danach ging es nach Takapuna und wir streiften durch die Haupteinkaufsstraße und am Strand entlang. Zurück am Auto sahen wir an der Windschutzscheibe, was wir kurz vorher befürchteten: Ein Strafzettel! Unwissend und leichtsinnig, ohne groß nachzuschauen, ob in der Einkaufsstraße kostenlos geparkt werden darf sind wir los gegangen und das war die Strafe: 200 $ (ca. 100 €). Allerdings waren wir uns auch nicht ganz sicher, ob es wirklich ein Strafzettel fürs Parken war, da wir wirklich nirgends ein Hinweis fanden, dass die Parkplätze kostenpflichtig sind.
Das war ein sehr "frustiges" Erlebnis. Wir versuchten in den zwei Wochen möglichst Geld zu sparen und putzen für freie Unterkunft und dann so viel Geld für einen Strafzettel!
Extrem frustriert machen wir uns auf den Heimweg und strichen gleich die Planung für den nächsten freien Tag: das wäre ein Tag im Waiwera Thermal Resort gewesen, ein Erlebnisbad mit 19 Pools, die durch natürlich heiße Quellen gespeist werden, inklusive "Movie Pool", zehn Riesenrutschen u. a. Mit einem Strafzettel von 200 $ war dieser Ausflug für den Folgetag jedenfalls gestrichen.
Dann kam jedoch der unerwartete glückliche Zufall: Ein Bekannter von Andys Vater, mit dem Andys Vater vor meiner Abreise noch Kontakt aufgenommen hat, besitzt ein Weingut südlich von Auckland, in Clevedon. Ursprünglich waren wir zum Essen bei ihm eingeladen und nun auf unserer Rückfahrt zurück zum Bamber House, rief er auf meinem Handy an und sagte es wäre toll, wenn wir bei ihm arbeiten könnten. Gerade wäre auf dem Weingut einiges zu tun und sie könnten unsere Hilfe gut gebrauchen. Das traf sich gerade gut, weil unsere Planung für den freien Tag gestorben war. Ich sagte ihm dann, dass wir gleich morgen Zeit hätten und so starteten wir unseren 2. Job auf dem Weingut "Vin Alto" in Clevedon.
Eine weitere glückliche Wendung nahm dann noch am selben Tag die Geschichte mit dem Strafzettel. Im Hostel fragten wir nochmal nach, weswegen wir genau den Strafzettel bekommen haben. Es stellte sich raus, dass er nicht wegen versäumter Parkgebühren war, sondern weil die falsche Plakette an der Windschutzscheibe aushing. Kauft man in Neuseeland ein Auto erhält man eine Plakette mit der Angabe des Besitzers und Vorbesitzers, eine andere Plakette gibt Auskunft über die Dauer der Registrierung des Wagens. Susi, als stolze erstmalige Autobesitzerin hatte die Plakette mit ihrem Namen, statt die mit dem Registrierungsdatum an die Windschutzscheibe geheftet. Netterweise hat Brian, derzeitiger Hostelmanager, beim Police Office angerufen und nachgehört. Er ist mit der Behörde dann schließlich so verblieben, dass die Plakette mit der Registrierung an sie gefaxt wird und die Strafe verfällt. Was für eine riesen Freude und Erleichterung.
Natürlich freuten wir uns trotzdem über den neuen Job!! Am nächsten Tag sind wir dann morgens nach Clevedon gefahren. Unsere erste Arbeit war Olivenpflücken und es hat so gut getan an der frischen Luft und dann noch mit so einer wunderschönen Aussicht über die grüne Wiesen- und Waldlandschaft zu arbeiten. Es war eine sehr angenehme Abwechslung zu der Arbeit im Hostel! Wir wurden sogar mit leckeren Weinen und hauseigenem Hirschfleisch verwöhnt.

An einem Tag wurden wir auch zu einem mehrgängigen Menü auf dem Weingut eingeladen. Die Speisen, die freundliche Bewirtung und die angenehme Atmosphäre waren ein wahres Erlebnis. Ein weiteres besonderes Erlebnis an diesem Tag war, dass ein Mitarbeiter, ein Motoren und Traktorenfan, uns zu einer Spritztour mit seinem selbst restaurierten Dodge Sport Coupe von 1929 einlud.
Die zwei Wochen waren richtig ausgefüllt und es blieb kaum mehr Zeit für Erkundungstouren ins Umland. Eine schöne Halbtagestour blieb dann aber doch. Es ging über die Waikatere Ranges im Westen Aucklands an die bekannten Küstenstreifen: Karekare Beach und Piha, wo wir schöne Sonnenstunden und Aussichten genießen durften.


Die Zeit verging sehr schnell und wir mussten uns über die weitere Reiseplanung klar werden. Noch bevor Steffi angekommen ist, entschieden wir uns dafür, dass eine Reise zu dritt mit Susis Auto kein guter Kompromiss ist. Also verblieben wir so, dass Susi mit ihrem Auto allein loszieht und ich mit Steffi, wie ursprünglich von uns beiden geplant, unser eigenes Vehikel besorgen und unsere Reise machen.


Steffi ist da!!

Am 14.05. sollte Steffi mittags ankommen. Die Arme musste allerdings einige Komplikationen mit ihrem Flug durchstehen und ihre Ankunft verspätete sich um "glücklicherweise nur" vier Stunden.
Steffi: Nach einem mehr oder weniger turbulenten aber trotzdem grandiosen Flug über viele schöne Landschaften, war ich endlich froh in Auckland heil angekommen zu sein.
Nachdem Susi und ich sie am Flughafen abholten, blieb uns noch Zeit für ein leckeres, ausgiebiges, gemeinsames Abendessen mit köstlichem "Vin Alto" Wein. Am nächsten Tag fuhr dann Susi los auf ihre Reise über die Inseln und für Steffi und mich begann die Suche nach einem geeigneten fahrbaren Untersatz.


Berti gefunden

Joana: Den Montag vor Steffis Ankunft habe ich zum Sammeln von den verschiedenen Aushängen an den Schwarzen Brettern sämtlicher innerstädtischer Backpackhostels genutzt. Habe die ganzen Aushänge mit Digitalkamera abfotografiert.
Am nächsten Tag haben wir uns gemütlich in ein Café gesetzt und uns am Laptop die Aushänge angesehen und uns durchtelefoniert.
Das ergab eine ganz effektive Suche und nach drei Tagen und einigen Probefahrten entschieden wir uns für einen kleinen Van mit eingebautem Bett und Stauplatz. Zwei nette Schweizer Jungs haben den Toyota Lite Ace von 1987 mit 270.000 die letzten drei Monate über die Insel gejagt. Der Kauf wurde mit einem leckeren Capuccino, eine Einladung der Schweizer, besiegelt.



Berti, der Van, so von den Schweizern getauft war nach ca. zwei Stunden (Autosichtung, Testfahrt, Eigentümerüberschreibung, Capuccino) unser und die Reise konnte starten.
An diesem Abend schliefen wir das letzte Mal im Hostel und am nächsten Tag nachdem Berti fertig gepackt war ging es los auf unsere Reise.


North Island (18.05.07-22.05.07)

Da wir nicht ganz so früh los kamen, wie geplant (es war schon dunkel und leider auch Rushhour) kamen wir an diesem Abend noch nicht so weit. Unsere erste Übernachtung war an einem Campingplatz in Huntly (18.05.07) an einem See gelegen.


Wir entschieden uns dafür, im Hinblick auf unseren doch etwas betagten Berti, so zügig wie möglich auf die Südinsel zu fahren um dort noch keine so tiefwinterlichen Wetterbedingungen zu haben.
So fuhren wir von Huntly einen ganzen Tag lang, bis wir in der Region Taranaki einen schönen Übernachtungsplatz direkt am Cape Egmont (19.05.07) am Strand gefunden haben.


Natürlich wollten wir uns die schöne Landschaft dort nicht entgehen lassen und machten auf dem Kegelvulkan Mt Egmont zwei kleinere Buschwanderungen mit beeindruckender Vegetation


und wunderschön ausgewaschene Flussbetten, wie bspw. die Wilkies Pools und Wasserfällen wie dem Dawson Fall.


Am gleichen Tag fuhren wir weiter und hielten in Waitotara (20.05.07) am Strand zur Übernachtung. Nach einem leckeren Nudelgericht mit frischem Gemüse schliefen wir die dritte Nacht in unserem Van.
Am Morgen darauf ging es weiter Richtung Wellington. Auf der Fahrt hatten wir eine "nette" Begegnung mit der Polizei. Mit Sirenenklängen und Blaulicht wurden wir an den Straßenrand gedrängt. Die Dame warf uns vor zu langsam auf dem Highway zu fahren. Die maximale Geschwindigkeit ist zwar nur 100 km/h, aber wir waren mit unseren 70 km/h kurz nach einer Ortschaft und dem Hinweis auf eine unübersichtliche Kreuzung ihrer Ansicht nach zu langsam (unsere Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt ungefähr 80-90 km/h). Wir sollten bei dem Tempo allen uns folgenden Auto Platz machen und links auf den Standstreifen abbiegen.
Tatsächlich fanden wir diesen Hinweis total abwegig, da der Standstreifen nur ca. 50 cm ist und dabei noch variiert. Außerdem sind bisher die uns folgenden Trucks und Autos beim Überholen derartig nah aufgefahren und auch stets sehr knapp vor uns eingeschert, sodass uns dabei schon mulmig wurde. Ein Ausweichen auf den linken "Standstreifen" würde für uns nur noch ein erhöhtes Risiko bedeuten. Wir sahen ihren Vorschlag also nicht ein und blieben bei unserem Tempo und Fahrweise und landeten am Abend in Waikanae (21.05.07). Etwas Zeit blieb uns an diesem Tag noch und wir nutzten sie, um uns einen kleinen Tierpark anzusehen: den Nga Manu Nature Reserve, wo wir tatsächlich im Nocturnal House den Hintern eines Kiwis entdecken konnten. Sehr aufregend ;)


Ankunft auf der Südinsel

Von Wellington aus nahmen wir spät in der Nacht, um 3 Uhr morgens, die Fähre nach Picton auf die Südinsel. So hatten wir noch Zeit uns Wellington näher anzuschauen und durch die Straßen zu schlendern. Im Gegensatz zu Auckland hat Wellington eine wunderschöne Fußgängerzone (Cuba Mall) in der wir auch gleich genüssliche Capuccino und Kakao tranken und entspannen konnten.
Am Abend sind wir dort auch lecker Essen gegangen, haben Billard gespielt und ließen es uns gut gehen.
Picton empfing uns um 6 Uhr morgens mit stürmischem Regenwetter. Eine abendteuerliche Fahrt über den Queen Charlotte Drive (Richtung Nelson) endete irgendwo an einem Campingplatz, wo wir uns noch etwas Schlaf gönnten. Nach ein paar Stunden beschlossen wir allerdings, da der Campingplatz eher für Wohnwagen ausgelegt war, einen anderen anzufahren. In Havelock (23.05.07) schließlich fanden wir einen Campingplatz zum Ausspannen und Planen unserer weiteren Reise.
Ausgeruht konnten wir uns am nächsten Tag für eine kleinere Wandertour begeistern. Im Pelorus Bridge Reserve wanderten wir den Trig K Walk, der uns nach einem 3-stündigen Anstieg durch eine Buschlandschaft mit einer wunderschönen Aussicht belohnte.



Im dortigen DOC Office verwöhnten wir uns mit selbst gemachtem Quiche, Pies, Kakao und Kaffee. Am selben Tag fuhren wir weiter Richtung Nelson und hielten zur Übernachtung am Strand von Glenduan (24.05.07), wo wir noch einen schönen Sonnenuntergang beobachten konnten.


Abel Tasman Coastal Track

Am nächsten Tag ging es nach Nelson. Hier informierten wir uns über den Abel Tasman Track im Information Center. Die Wettervorhersage für die kommenden Tage war hervorragend. Wir ergriffen die Gelegenheit und starteten unsere Wanderung am nächsten Tag.
Um möglichst früh loszukommen fuhren wir am selben Tag nach Marahau (25.05.07) und übernachteten dort im Van.
Nachdem wir unsere Treckingrucksäcke mit Schlafsack, Wäsche, Proviant (frische Milch, Marmelade im Glas, frisches Gemüse, wie Möhren, Pilze, Zwiebeln, etc.) gepackt hatten (natürlich viel zu schwer mit wahrscheinlich 20 kg pro Rucksack!!), ging es am 26. auf unsere viertägige Wanderung los.


Der Abel Tasman Track ist bekannt für die abwechslungsreiche Strecke entlang traumhafter Sandstrände,


kleiner Inseln, Lagunen und Hängebrücken im Buschwald.


Für einen Coastal Track, wie der Weg auch bezeichnet wird, war dieser jedoch sehr hügelig und die 20 kg machten sich ziemlich schnell auf Hüften und Schultern bemerkbar. Die wunderschönen Aussichten in kleinen, verwinkelten Buchten lenkten uns jedoch noch vom Gewicht ab. Von Marahau führte die erste Tour (4 Stunden/11,5 km) nach Anchorage Hut (26.05.07). Eine der vier Hütten entlang des Tracks.
Nach einem leckeren warmen Porridge am Strand mit Sonnenaufgang am Morgen


ging es am nächsten Tag Richtung Awaroa Hut. 21 km lagen vor uns. Zu beachten war an diesem Tag die Onetahuti Bay, die nur bei Ebbe begehbar ist und laut einer Karte nur 2 Stunden vor und nach dem Tiefstpunkt der Ebbe passierbar ist. Das hieße an diesem Tag spätestens um 15 Uhr.
Für uns bedeutete das einen gewissen Zeitdruck, den wir jedoch zunächst deutlich unterschätzten. Die erste Etappe bis nach Bark Bay Hut dauerte nämlich wesentlich länger als erwartet und so kamen wir mit der Ebbe etwas in Zeitdruck. Wir mussten unser Tempo deutlich erhöhen, wobei wir an dem Tag bereits fast 10 km mit den Rucksäcken gegangen waren. Zu unserem Pech war der Weg von Bark Bay bis Onetahuti Bay noch hügeliger, als die Etappen zuvor. Ziemlich fertig kommen wir schließlich 15:30 an der Bay an und erwarteten schon einen Fußmarsch durch die Flut. Doch was sehen wir: ein Hinweisschild das die besagte Bucht innerhalb von 4 Stunden vor und nach Ebbetiefstpunkt passierbar sei. In der Tat erblickten wir einen weit gestreckten Sandstrand konnten ohne Probleme an dem 40 Meter breiten Küstenstreifen entlang schlendern.


Nach einer ausgiebigen Pause an diesem schönen Strand ging es weiter Richtung Awaroa Hut.


Angesichts der Strecke die wir bereits zurückgelegt hatten an diesem Tag, erwarteten wir ein baldiges Ankommen an der Hütte. Doch auch hier haben wir uns verschätzt und endeten schließlich in der Dunkelheit mitten im Busch, was doch sehr unheimlich war und wir lenkten uns mit lauten Gesängen von unserer Angst ab. Nach dem Bushwalk in der stockdusteren Finsterheit, ging es dann auch noch ca. eine halbe Stunde weiter am Strand entlang bis endlich die lang ersehnte Awaroa Hut (27.05.07) vor uns lag. Völlig erschöpft ließen wir uns erstmal vor der Hütte unterm sternklaren Himmel und im hellen Mondlicht fallen, bevor wir in der gemütlich, vorgewärmten Hütte unsere Abendessen kochten.
Am nächsten Morgen konnten wir in der Sonne bis Mittags entspannen, da wir die Bucht nur bei tiefster Ebbe passieren konnten.


Die letzte Etappe lag vor uns und ging über 4,5 Stunden, 13 km nach Whariwharangi Hut (28.05.07)



vorbei an traumhaften Buchten mit wunderschönen Granitfelsformationen.

Morgens sechs Uhr in der früh klingelte unserer Wecker, damit wir wenigstens an diesem Tag nicht in Zeitdruck geraten würden. In Totaranui sollte nämlich um viertel vor drei unserer Wassertaxi ankommen, dass uns zu unserem Berti zurückfahren sollte.
Mittlerweile schon im Training und etwas leichterem Gepäck kamen wir an diesem Tag zügig voran und gönnten uns sogar in einer kleinen Bucht ein Bad in der Tasman Sea.


Am Totaranui Strand angekommen und auf das Wassertaxi wartend brauchten wir unsere letzten Proviant komplett auf und kratzten die Reste Honig und Erdnussbutter aus.


Zu unserer Freude nahm der Wassertaxifahrer nicht direkt Kurs nach Marahau sondern brachte uns zu einer Gruppe Delphine, die sich vor der Küste aufhielten. Außerdem konnten wir auf der Fahrt Seehunde und Pinguine beobachten.
In Marahau wurden wir von einem Traktor an Land gezogen und mit dem Boot über die Straße bis zum Parkplatz gebracht. Zu unserer großen Freude stand Berti wie wir ihn abgestellt hatten am selben Platz und wir fuhren gleich los nach Motueka einkaufen. Im Dunkeln fuhren wir noch so weit es möglich war Richtung Nelson Lakes National Park und hielten auf einem Parkplatz irgendwo in Tapawera (29.05.07).


Nelson Lakes National Park

Tiefgefroren aufgewacht, machten wir uns direkt auf den Weg nach St. Arnaud (30.05.07) weiter zu einer schnuckeligen Jugendherberge "Yellow House" um uns wiedermal eine Ruhephase zu gönnen (Duschen, Sachen waschen, Aufwärmen, Relaxen, etc…). St. Arnaud liegt an den nördlichen Ausläufern der Southern Alps und ist umgeben von glasklaren Gebirgsseen.



Zu unserem Glück war die Jugendherberge ausgebucht und wir durften uns für denselben Preis eines Mehrbettzimmers, in einer eigenen kleinen Hütte/Apartment neben dem Hauptgebäude, ausbreiten.
Diesen Tag hatten wir auch dringend nötig, da wir eine wirklich anstrengende Wanderung für die nächsten Tage vor hatten (die wir auch unterschätzen, wie sich später rausstellte). Nach einem köstlichen Abendessen (Hirschmedaillons an Feijoas, mit Spinat und "Creamy Goat Feta" sowie leckeren Kartöffelchen) und einem Ginger Beer (HMMMMMMMMM…..) schliefen wir ausnahmsweise heute mal in einem großen Doppelbett.
Schon in der früh machten wir uns diesmal leichter bepackt auf die in 1700 Metern Höhe gelegene Angelus Hut.


Der Weg führte uns von einem Parkplatz am Fuß des Mt Robert entlang den Speargrass Creek Track mitten durch den Wald bis zur Waldgrenze, von da aus ging es hin und her über den wilden Fluss, den wir auch an manchen Passagen nur barfuss überqueren konnten.



Der Weg wurde zunehmend steiler, unwegsamer und das Wetter schlug um von Sonnenschein nach neblig, kalt und nieselig. Nach jeder Kuppe, nach der wir jedes Mal die Hütte erhofften, zeigten sich jedoch nur noch mehr Wegmarkierungen und steilere, unwegsamere Geröllfelder, die es zu durchqueren galt.


Zu unserem Schock führte dann der letzte Teil des Weges über den Berggrat. Die Aussicht war in zweierlei Weise atemberaubend: zum einen traumhafter Blick in Täler und über Bergkuppen,


zum anderen schockierende Abgründe zur Angelus Hut, die sich auf beiden Seiten des Kammweges auftaten.


Dazu kamen starke Windböen, dichter Nebel und natürlich unsere komplette Unerfahrenheit (was solche Bergtouren angeht), die uns zusätzlich verunsicherten. Glücklicherweise erreichten wir trotz dieser widrigen Umstände Angelus Hut (31.05.07). Allein auf der Hütte machten wir es uns bei dem schlechten Wetter gemütlich und machten Feuer im Ofen, zündeten Kerzen an und kochten.


Die gesamte Nacht über stürmte und regnete es und wir wagten kaum darüber nachzudenken, was für ein Abstieg uns erwarten würde.
Für den Extremfall ausgestattet zogen wir am Folgetag unsere komplette Regenmontur an. Der Abstieg war ähnlich erschreckend, wie befürchtet. Der im Guide als relativ einfach beschriebene Cascade Track runter ins Tal begann mit einer Kletterpartie am glitschigen Geröllhang entlang Bächen und Wasserfällen mit beständigem Regen. An diesem Tag erreichten wir definitiv unsere physischen und psychischen Grenzen. Eine auf dem Weg nach St. Arnaud gelegene Hütte auf halber Strecke kam uns da sehr gelegen. Die Glut war sogar noch an im Kamin und das machte unsere Entscheidung leicht, diese Nacht auch noch in einer Hütte (Coldwater Hut am Rotoiti See, 01.06.07) zu verbringen.


Aufgewärmt mit getrockneten Klamotten zogen wir am nächsten Tag die letzten Kilometer bis zu Berti durch. Fertig und k.o. kamen wir am Parkplatz an. Starteten das Auto… aber Berti weigerte sich!!!! Nichts ging mehr, nur noch ein undefinierbares Klacken war zu hören. Zu unserem Glück, war noch eine Familie mit Kindern auf dem Parkplatz. Sie halfen uns Berti zu starten. Dort versuchten wir ihn durch Runterrollen entlang der Serpentinen zum Starten zu kriegen und es funktionierte sogar. Zu diesem Malheur kam noch ein Zettelchen an der Windschutzscheibe. Sie war von einem Mitarbeiter des lokalen DOC Office und besagte, dass wir unsere angegebene Wanderdauer ohne Rückmeldung überschritten haben und sie daher verpflichtet waren uns bei der Polizei zu melden. Wir sollten sie möglichst sofort kontaktieren. In der Hoffnung, dass noch nicht Familie und Bekannte verständigt wurden, fuhren wir sofort zum DOC Office und klärten die Situation. Um Bertis Batterie weiter aufzuladen fuhren wir weiter nach Murchison (02./03.06.07) und fest stand, dass wir hier dringend eine Pause einlegen würden. Diese nutzten wir auch um uns zu regenerieren. Im Backpackerhostel "Zur faulen Kuh", klein, heimelig und gemütlich blieben wir daher zwei Nächte um auch endlich unsere Erlebnisse zu dokumentieren und unseren Blog zu aktualisieren. Heute Abend gehen wir hier im Ort essen und genießen noch mal die Vorzüge der Zivilisation um uns für unsere Tour entlang der Westküste zu stärken.


Bis bald und viele Grüße ….



30 April 2007

Ankunft in Auckland und Reise nach Northland

Mittlerweile ist mehr als ein Monat seit dem letzten Blogeintrag vergangen, nun endlich melde ich mich zurück und hole etwas weiter aus, um meine Eindrücke von Anfang an hier festzuhalten!!

Flug nach Auckland


Kurz nachdem mich Andy am Check-in in die Ferne ziehen ließ, kam kurzzeitig ein sehr merkwürdiges Gefühl auf. "Du bist komplett allein!" und was dazu kommt, "Du entfernst Dich von Deinen Lieben immer mehr und das heißt, da ist erstmal niemand, der physisch in relativ kurzer Zeit erreichbar wäre, wenn irgendwas ist". Dieses Gefühl hielt allerdings auch nur sehr kurz an, denn gleich meine ersten Platznachbarn waren derart freundlich und herzlich, dass ich bald vergaß, wie allein man eigentlich ohne die Familie oder Freunde sein kann. Die freundliche Dame neben mir, stellte sich prompt mit ihrem nordischen Akzent vor: "Hallo, ich bin die Renate und Du, wie heißt Du??"…. Renate war mit ihren zwei Männern (Mann und Sohnemann) mit Ziel Australien unterwegs und schien ein höchst kontaktfreudiges und sprudelndes Wesen zu sein. Jedenfalls wurde mir auf diesem Flug und der dauerte immerhin 12 Stunden von Frankfurt nach Singapore nicht langweilig! Ganz besonders gespannt, war ich den Flug über den Irak und Indien zu erleben. Zu dieser Zeit, es war so gegen 10 Uhr morgen. Allerdings mussten noch alle Fensterschübe geschlossen bleiben um ruhende Passagiere nicht zu stören. Ein paar Mal lugte ich doch raus und ich sah wirklich faszinierende Landschaften. Die erste muss irgendwo über dem Hindukusch gewesen sein. Ein anderes Mal sah ich auf der Satellitenkarte in meinem kleinen Monitor vor mir, dass wir am Himalaja entlang fliegen. Und tatsächlich, der Anblick war wunderschön… ich sehe die massive Bergkette, wie sie hunderte von Metern herab fällt und eine weite Ebene ihr zu Füßen liegt, die einfach übersät ist mit unzähligen Flussläufen. Es macht einfach unheimlich Spaß sich die Landschaften von oben anzuschauen.

Stopp Singapore

Auch der 1-stündige Zwischenstopp in Singapore war ein Highlight. Renate schwärmte schon von einem Tipp eines Flugbegleiters, man könnte dort am Flughafen ganz tolle Fußmassagen genießen. Fußmassage hört sich auf jeden Fall gut an! Die Fußmassagen, stellte sich am Flughafen bald raus, werden allerdings nicht von freundlichen, feinfühligen Malaysierinnen oder Malaysiern vorgenommen, sondern von Maschinen. Angesichts der zahlreichen Passagiere, die wohl täglich ihre Füße in diese Maschinen stecken, ließen wir dieses etwaige Erlebnis doch aus und suchten nach dem anderen Highlight, einem besagten "Orchideengarten". Der Terminalschlauch war zwar gesäumt von Grünpflanzen und einigen Orchideen aber so richtig zum verweilen lud dieser Durchgangsflur doch nicht ein. Wir fanden schließlich zwar keinen Orchideengarten aber eine Dachterrasse. Die Tür zur Terrasse geht auf und wir erfahren einen drastischen Klimawandel von 20 Grad temperierter Terminalluft zu 35 Grad mit ca. 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Wir standen also plötzlich in der türkischen Großraumsauna… die Terrasse hatte einen klein angelegten Garten, Bar, Sitzbänke und Sonnenschirme… wir waren schlagartig in höchster Ferien- und Sommerlaune. Hier hätte ich auf jeden Fall länger bleiben können. Schööööön warm! Die Zeit verging viel zu schnell, ich kam nicht einmal dazu mir einen Fruchtcocktail und eine Liege zu suchen, schon ging es weiter Richtung Sydney.
Der Flug nach Sydney allerdings war weniger spannend. Ruckzuck war es dunkel und daher konnte ich leider nix vom Outback sehen, außer, dass da wirklich nichts ist. Kein einziges Lämpchen war am Boden auszumachen und es war wolkenlos. Australien ist sicher ein Reiseziel, aber dafür braucht man viel Geld, nicht nur um was zu erleben, sondern vor allem um dort hin zu kommen, wo man was erleben will. - Neuseeland war definitiv die richtige Entscheidung, so denke ich zumindest bisher.

Stopp Sydney

In Sydney haben mich dann meine lieben Bremer verlassen und sich auf ihre 4-wöchige Australienreise begeben. Es war für mich allerdings ein leichtes den Transfer-check-in nach Auckland zu finden und so lief auch hier alles problemlos, außer, dass es 6 Uhr morgens war, ich aber die letzten 12 Stunden helle wach war und mich schwere Müdigkeit überkam. Aber 2 Stunden musste ich noch aushalten und immerhin konnte ich einen herrlichen Sonnenaufgang in der Frühe genießen.


Lustig war hier in Sydney außerdem, dass fast alle jungen Leute, vor allem Alleinreisende Deutsche zu sein schienen. Allerdings war ich viel zu müde und die anderen schienen ebenfalls zu müde, um irgendein Gespräch anzufangen.
Auf dem Flug nach Auckland saß ich neben einem freundlichen Engländer, der aber in Neuseeland aufgewachsen ist und mir das Land und einige "Musts" hoch angepriesen hat. Auf dem Flug zum "Land der langen weißen Wolke" (Aotearoa, auf maori oder maorisch?) schien sich komischerweise tatsächlich die Wolkendecke zunehmend zu verdichten, wo ich doch bislang so herrlich Landschaften beobachten konnte… ich schien dann zumindest meinem Ziel näher zu kommen.

Ankunft in Auckland

Das größte Glück bei der Ankunft war die Bekanntschaft mit Susi. Sie ist auch als Backpacker nach NZ gekommen. Wir trafen uns beim Verlassen des Fliegers. Sie kam mit demselben Flug von Frankfurt wie ich. Für sie und einen anderen Backpacker ging es nach der Ankunft ins Bamber House in Mt Eden. Von diesem Hostel hatte ich schon gelesen, es sollte wohl sehr gemütlich und heimelig dort sein. Zunächst erkundigten wir drei uns, welche die günstigste Möglichkeit zur Behausung ist und schließlich haben die beiden, Susie und "der andere", ein Shuttle geteilt und musste ein Großraumtaxi nehmen, da meine Unterkunft nicht ganz so innenstadtnah liegt wie Mt Eden. Das Taxi fuhr mich jedoch direkt vor die Haustür meiner Zieladresse in New Windsor.

Meine Energie war grade noch für die Tour da, für ein Hin- und Hergesuche billiger Busse, oder so hatte ich doch keine Lust mehr. Der freundliche Fahrer trug mir meinen Rucksack bis vor die Haustür und zu meinem Glück war auch schon jemand "zuhause". Avi, der Adoptivsohn von Angela, mit der ich e-mail-Kontakt hielt war da und empfing mich. Avi zeigte mir gleich mein Zimmer und das ganze Haus mit Garten. Alles schien sehr gepflegt, farbenfroh und kreativ. Ich fühlte mich auf Anhieb wohl.

Allerdings konnte ich noch nicht so richtig entspannen, weil ich Angela noch nicht kennen gelernt hatte und ich mein Bleiben von ihr abhängig machen wollte. Es war nun also ca. 15 Uhr, Angela sollte gegen 16 Uhr kommen. Statt im Haus zu warten, zog ich es vor mir die nähere Umgebung anzuschauen und eine Stadtkarte zu besorgen. Später als ich zurückkam war ich totmüde und legte mich auf das Bett, es war gemütlich und die Sonne schien auf mich und wärmte wohltuend. Ich kämpfte gegen den Schlaf an, weil ich mich noch nicht richtig sicher fühlte, und noch nicht recht wusste ob ich wirklich bleiben würde.

(An dieser Stelle erkläre ich kurz, dass ich mich für eine private Unterkunft von Deutschland aus bemüht habe, da ich voraussichtlich für die erste Zeit in Auckland bleiben würde und wenn Steffi dann dazu kommen würde größere Touren machbar wären. Ein Zimmer bei im Hostel wäre auf die Dauer teurer gewesen, also suchte ich über Internetbörsen nach Zimmern zur Zwischenmiete.. und wurde eben hier fündig.)

Gegen 16 Uhr kam Angela. Als sie rein kam, war ich direkt positiv gestimmt, weil sie so herrlich normal und vertrauenswürdig wirkte, ich hab sie spontan umarmt, was sie glaub ich sehr überraschte. Aber ich freute mich nun mal… Direkt schlug sie mir vor, dass wir eine kleine Tour durch die Stadt machen, damit ich mich besser orientieren könnte und einen ersten Eindruck von Auckland bekommen sollte. So zogen wir keine 10 Minuten nach ihrer Ankunft mit dem Auto los und fuhren durch die Suburbs, den Innenstadtteil und tranken in Taranaki an einem der vielen Strandcafes einen Kakao, bei einem Italiener. Sie erzählte mir, sie hätte italienische Wurzeln. Ihre Großeltern sind Italiener und sind als junge Leute nach Neuseeland gezogen, wo sie eine größere Apfelplantage in der Nähe von Hastings aufzogen. Sie selber ist Englischlehrerin, arbeitet aber bei einer neuseeländischen Einwanderungsbehörde und bietet Workshops zu allmöglichen Einwanderungsfragen an. Sie stand meinen Reiseplänen sehr aufgeschlossen gegenüber, weil sie das Reisen für unheimlich wichtig hält. Sie lebte eine zeitlang in den Staaten, kennt sich aber auch in Europa sehr gut aus, da sie auch noch Familie und Freunde dort hat.

Nach dem Abend konnte ich beruhigt einschlafen und nach einem kurzen Stopp im Internet, wo ich las, dass Susi sich mit mir am Sky Tower treffen wollte, hatte ich also auch schon ein Treffen für den nächsten Tag geplant.

Erste Orga und Orientierung in und um Auckland

Mit Susi habe ich in den nächsten Tagen alles wichtige organisiert: Bank Account, Steuer Nummer, Sim-Karte fürs Handy, Busticket (weil New Windsor ziemlich weit außerhalb liegt) und einige schöne Unternehmungen haben wir erlebt, bspw. haben wir ein 5-stündige Wanderung an den Kraterrand des Rangitoto gemacht, eine Vulkaninsel, die vor ca. 600 Jahren entstanden ist und mit der Fähre in 20 Minuten von Auckland aus erreichbar ist.

Auf der Insel gibt es allerdings nichts außer Wanderwege und kleinerer Fischerhütten, keine Geschäfte, keine Siedlung, keine Zivilisation. Es ist also ratsam auch die letzte Fähre zu bekommen, die nach Auckland abfährt, zumal das Wetter sehr unberechenbar ist. Außerdem haben wir eine Bustour durch Auckland mitgemacht. Organisiert war die Tour von "Straytravel", einem "Backpackerbustourenunternehmen". Die Fahrt war umsonst und wurde von einem Guide begleitet. Auf unserer Fahrt haben wir einige markante Punkte Aucklands angefahren, wie bspw. den Skytower. Hier kam die Frage vom Guide an alle, wer sich denn für einen absoluten Adrenalinjunky hält und eine zeigte dann auch prompt auf… also sagte der Guide, ok!, du springst dann jetzt vom Sky Tower!! Ok?! Sie, klar!! Also, machte sie sich auf den Weg nach oben und bekam einen Sprung umsonst!

Das Tourenunternehmen macht mit diesem Städterundtrip natürlich Werbung, die allerdings auf der gesamten Busfahrt kein großes Thema war! Ein anderer Halt war auf dem Mt Eden, von dem aus sich ein wunderbarer Blick auf die Skyline der Stadt und die "wunderschönen", ausgedehnten Suburbs bietet.

Abends haben wir zusammen im Hostel lecker gekocht und ich bin dann gegen 21 Uhr mit dem Bus nach New Windsor gefahren, und hab herrlich geschlafen in meinem Bett, in meinem Zimmer…. Keine schnarchenden Backpacker, keiner der mitten in der Nacht von einer Party zurück kommt und das Licht im Zimmer anmacht, keiner der einem das Essen aus dem Kühlschrank klaut… eben kein Hostel… Andererseits war meine Unterkunft auch einfach zu weit weg von der Innenstadt, der andere Nachteil war, das man wenig Reisende trifft und kennen lernt. Aber es war ja auch nur eine Planung von Deutschland aus und vor Ort muss einiges neu überdacht werden und flexibler gehandhabt werden. Umso glücklicher war ich, dass Angela total locker war und mir stets offen stand so lange zu bleiben wie ich will.

Für Susi war bald klar, dass sie sich ein Auto kaufen wolle, um besser reisen zu können.. also durchforsteten wir die schwarzen Bretter in allmöglichen Hostels und ließen uns in technischen Fragen von einem freundlichen Reisenden beraten, der schon einige Erfahrung mit Autokauf gemacht hat und sich etwas auskannte. Susie kaufte den dritten Wagen, mit dem sie eine Probefahrt machte, einen Subaru Legacy 4WD (Baujahr 1989).

Natürlich schwärmten wir davon möglichst schnell aus der Stadt rauszukommen und Natur genießen zu können. Glücklicherweise, war es bei Angela möglich kurzfristig umzuorganisieren, was sie selbst immer betont hat. "Joana, wenn Du die meinst irgendwo gefällt es Dir besser, sei frei umzudisponieren. Dir, muss es gefallen!" Das war Mal ein super Zufall, bei der Durchforstung des Trademe-Servers im Internet auf so eine Person gestoßen zu sein, muss ich an dieser Stelle noch mal betonen.

Wie dem auch sei, zwei Nächte blieb ich noch bei Angela und Freitag ging es dann los auf die Reise in den nördlichsten Zipfel der Nordinsel: "Northland".

Northland (vom 20.04.-29.04.07)

Übersicht über unsere Tour: Übernachtungsstellen und besondere Unternehmungen (zum Vergrößern auf Bild klicken)

Endlich raus aus der Stadt und das auch noch mit dem "eigenen" Auto. Natürlich wollten wir die Gelegenheit mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein auch nutzen Kosten für Unterkunft zu sparen. Glücklicherweise vermachten uns die Vorbesitzer des Wagens, eine passgenaue Matratze, 80 mal 1,80 m, Kissen und Decken und diverse, praktikable Kochutensilien. Also packten wir alles weitere zusammen und zogen aus unseren bisherigen Unterkünften aus, ins Auto...

Gegen 10 Uhr am Freitag dem 20.04. morgens ging es los: strahlender Sonnenschein, herrliches Wetter, das erste Mal übrigens in Auckland wieder seit einigen Tagen. Perfektes Reisewetter also! Wir zogen los auf dem Highway 1 über Orewa, Warkworth dann über Matakana Richtung Leigh. Hier sollte es, laut Lonely Planet, einen wunderschönen Hafen zu sehen geben, außerdem liegt hier in der Nähe Goat Island Beach, ein Marine Reserve was eine tolle Stelle zum Schnorcheln und Tauchen sein sollte. Wir fuhren direkt zum Goat Island Beach und wir waren überwältigt: Vom Parkplatz aus blickten wir in eine traumhafte Bucht, das Wasser war so klar, es schimmerte an den seichten Stellen in frischem Grün.

Der Sand ist hier dunkel und in der Bucht befinden sich einige Felsen. Im Wasser sahen wir dann, dass es tatsächlich eine Art Rieseaquarium darstellte, dieses Meeresreservat. Überall umkreisten uns Fische, am häufigsten sahen wir den "Snapper", ein ca. 50 cm großer Barsch, der wohl auch sehr lecker schmecken soll.. Es war einfach faszinierend diese Fische zu beobachten. Leider hatten wir keine Schnorchelausrüstung, die hätte sich hier an diesem Tag wirklich gelohnt. Dennoch ließ es das klare Wasser zu, dass man die Fische gut erkennen konnte.


Einfach herrlich, das erste Mal im Pazifik schwimmen und von wegen, es ist Herbst in NZ, wir haben regelrechten Sommerurlaub genießen können.

Weiter ging es nach der Erfrischung zu unsere ersten Übernachtungsstelle: Pakiri Beach, auch ein viel gepriesener, langer Sandstrand nicht weit von Goat Island entfernt. Die Straße hierher war abenteuerlich, wir lernten nämlich erstmals NZ Nebenstraßen kennen: Gravel Roads/Schotterstraßen (und diese hier waren noch gut…) Überzeugt von der Schönheit des Strandes und den Sanitären Anlagen ;) ließen wir uns für die erste Nacht hier nieder.

Am nächsten Tag, Samstag, ging es dann weiter Richtung Norden, Ziel: Bay of Islands. Auf dem Weg dahin, wollten wir aber eine kleine Wanderung machen. Undzwar fuhren wir über Mangawhai und gingen den Mangawhai Cliff Walk. Eine ca. 3-stündige Wanderung, die am Cliff entlang führt und bei Ebbe den Rückweg über den Strand zulässt. Wiederum kamen wir zur rechten Zeit an den richtigen Ort und gingen grade dann los, als die Ebbe einsetzte und konnten den Weg in all seinen Facetten begehen und genießen.


Nach dieser wunderschönen Wanderung und einem erfrischenden Bad zogen wir weiter über Whangarei, Kawakawa, Opua nach Paihia, dem Tourizentrum an der Bay of Islands. Übernachten mussten wir hier an einer eher mittelmäßigen Stelle, direkt an der Hauptverkehrsstraße. Immerhin gab es Toiletten und da wir zuvor von einem freundlichen Security darauf hingewiesen wurden, doch besser hier an der Hauptstraße zu parken, als in einer beschaulichen, aber vielleicht auch zu dunklen Bucht zu campieren, fühlten wir uns auch sicher und schliefen eine weitere Nacht in unserem 180 x 80 x 80 großen Schlafgemach.

Für Sonntag hofften wir auf eine Tour mit dem Kingsboot in der Bay, allerdings verpassten wir diese um ca. 1 Minute. Wir wollten das schöne Wetter, aber trotzdem für eine Wasseraktion nutzen und mieteten uns ein Seakayak und paddelten 4 Stunden in der Bucht umher. Abends wurd wieder lecker gekocht und natürlich ein "Day of the Bay" von Kings mit Hole in the Rock und eventuellem Delphinschwimmen gebucht. Leider blieb es am darauf folgenden Tag nur beim "eventuellen". Die große Hoffnung im Wasser mit den Delphinen schwimmen zu dürfen, wurde nicht erfüllt. Laut Veranstalter haben die Delphingruppen in der Bucht Junge… wie auch immer, wir kamen in den Genuss einen Haufen Delphine vom Boot aus beobachten zu können und das war schon ein riesen Erlebnis! Es war einfach eine riesen Freude, die Neugierde der Tiere am Boot und an uns zu bemerken und ihren Spass beim Surfen entlang der Wellen des Schiffes zu erleben.

Am selben Tag fuhren wir weiter, bis Mangonui und übernachteten hier, nach einer leckeren Pasta mit Pesto mit Sonnenuntergang am Coopers Beach.

Am Dienstag (24.04.07) ging es dann hoch zum Kap. Haben das eigentliche Ziel zwar zunächst verfehlt, dafür aber eine tolle andere Ecke am nördlichen Ende NZs entdeckt: Te Paki Giant Sand Dunes und tatsächlich, diese Dünen waren gigantisch! Natürlich wollten wir auch hier die Gegend zu Fuß erkunden und machten uns auf über die Dünen Richtung Meer. Es wurde eine wahre Odyssee, denn nach der ersten Düne kam die nächste und darauf wieder eine Düne und wieder eine…. Endlich war das Meer fast zum Greifen nah, allerdings mussten wir heute auf ein Bad, zumindest hier vorerst verzichten, dichtes Schilfgras versperrte uns Barfüssigen den Weg…

Die Wanderung aber allein, war den Weg über die Dünen wert, es war beinahe eine Wüstenwanderung, außer, dass uns ein herrliches frisches Lüftchen ständig begleitete.

Und schließlich gelangten wir doch ans Ende:

Und waren mächtig stolz auf der anderen Seite unserer schönen Erde zu stehen ;)


An diesem Abend blieb uns allerdings das alltägliche Bad versagt, weil wir einfach zu spät an unserer Übernachtungsstelle ankamen. Ziel sollte ein schönes Fleckchen am Ninety Mile Beach sein allerdings verpassten wir die erste Abzweigung, wegen der grandiosen Beschilderung ;) und konnten die zweite nicht nehmen, weil die Schotterstraße derartig schlecht fahr, dass wir drohten stecken zu bleiben. Schließlich landeten wir am Waipapakauri Beach gegen 7 Uhr abends (zu der Zeit ist es hier schon fast dunkel). Dazu kam auch noch ein verregneter Abend, der eine leckere Gemüsepfanne unmöglich machte und wir uns ziemlich stinkig und verschwitzt Abendbrot im Auto einverleiben mussten. Die darauf folgende Schlacht gegen zahlreiche Stechmücken leitete eine ziemlich schlaflose Nacht ein und wir beschlossen den nächsten Tag wieder den Luxus der Zivilisation zu genießen: In Ahipara am Motor Camp gönnten wir uns eine warme Dusche, wuschen unsere Wäsche, kochten in einer Küche mit Herd und luden Batterien, Mobiltelefon, Laptop, IPod etc.. (was der heutige Backpacker so alles auf Reisen schleppt ;)), wie auch uns selbst, wieder mit Energie!
Der darauf folgende Tag, mein Geburtstag, war natürlich wieder ein herrlicher Tag!! Begonnen hat er mit einer sooo lieben Überraschung von der lieben Susi!!! Ich hatte noch nicht ganz die Augen offen, hörte ich schon die bekannte Geburtstagshymne…. Und sah Susi mit einem riesen Schokomuffin mit Kerze vor mir!! Herrlich, so würde ich gern jeden Morgen aufwachen! Sie hatte mir sogar ein Geschenk schon in Auckland organisiert und ich war einfach nur froh und überglücklich so eine tolle Reisegefährtin gefunden zu haben, die auch noch so ein herzlicher und lieber Mensch ist!!!!!!
Nach einem ausgedehnten Frühstück fuhren wir weiter, setzen mit der Fähre von Kohukohu nach Rawene über und weiter gings bis nach Omapere, am Hokianga Harbour. Hier machten wir eine wunderschöne Wanderung durch den Wald mit Flussüberquerung, an riesigen Kauris vorbei und abschließendem Bad am Wasserfall.
Der Abschluss dieses tollen Tages war jedoch unübertrefflich. Wir kochten natürlich am Meer: Bandnudeln mit Spinat, Shrimps und creamy Feta. Dazu gönnten wir uns einen leckeren Rotwein und konnten zur Feier des Tages den, auf unserer bisherigen Reise, ersten Sonnenuntergang über dem Meer beobachten.

Dieser Tag war ein Traum!

Was wir in Northland natürlich noch sehen wollten, waren die riesigen Bäume im Waipoua Forest! Die so genannten Kauris, sollen nach den Mammutbäumen, die größten Gewächse der Erde sein. Die Walks in dem Wald sind allerdings, natürlich abgesehen von den Bäumen, wenig aufregend. Die Wegführung ist aber angesichts des Schutzgebietes für diese seltenen Kauris vorbildlich umgesetzt. Fast alle Wege führen über Stege um das empfindliche Wurzelwerk zu schützen.
Und bald fanden wir einen dieser Riesen. Hier bspw. der Yakas mit einem Umfang von 12 Metern und einer Gesamthöhe von 45 Metern, nicht einmal der größte, der bestehenden Kauris in NZ. Ein größerer und wahrscheinlich der älteste, der noch stehenden Bäume ist der Te Matua Ngahere (Vater des Waldes), mit einem Alter von ca. 2000 Jahren. Leider wurde diese Baumart aufgrund ihrer hohen Holzqualität bis auf wenige Exemplare abgeholzt. Heute findet man diese Riesen nur noch in wenigen Waldreservaten und sie werden streng geschützt.

Nach dieser beeindruckenden Kurzreise durch den subtropischen Regenwald fuhren wir durch bis zu unserer ersten Übernachtungsstelle auf dieser Reise: Pakiri Beach. Susi wollte sich unbedingt noch ihren jahrelangen Traum erfüllen: nochmal reiten gehen und natürlich am Strand entlang galoppieren. Sie hat einen 3-stündigen Ausritt beim Pakiri Horse Riding für Sonntag gebucht. Den Samstag wollten wir bei gutem Wetter am Goat Island Beach zum Schnorcheln nutzen. Das Wetter war Samstag zwar wieder gut, allerdings hatte es in der Nacht zuvor ziemlich gestürmt und im Taucherladen sagten sie, dass die Sicht seit einigen Tagen nicht eher schlecht ist und rieten uns vom Schnorcheln ab. Das sind mal ehrliche Geschäftsleute gewesen! Den schönen Tag verbrachten wir trotzdem am "Ziegenstrand" und ließen es uns gut gehen. Sonntag war dann Susis Tag gekommen! Der Ausritt war für sie ein totaler Genuss und sie kam sogar zu ihrem lang ersehnten Galopp am Strand entlang des Wassers.

Glückselig, nach dieser traumhaften Woche, ging es dann wieder Richtung Auckland, wobei sich die Regenwolken umso mehr verdichteten, je näher wir der Stadt kamen. So ist Auckland eben: ziemlich grau, regnerisch, hektisch… dafür aber haben wir uns für die nächsten zwei Wochen, bis Steffi kommt, eine Free Accommodation im Hostel organisiert.Hier unsere Arbeitsstelle für die nächsten zwei Wochen: Das Bamber House im Suburb Mount Eden!

13 März 2007

Vorbereitungen in vollem Gang

Hallo Alle Zusammen!

Zwei Eifelanerinnen verwirklichen ihren langjährigen Traum.. hier haben wir eine Plattform erstellt, um alle Interessierten an unserem Trip teilnehmen zu lassen.

Die Vorbereitungen sind in vollem Gang... Steffi sitzt noch panikartig an ihrer Diplomarbeit, aber glücklicherweise treffen wir uns im Mai!!

Joana wird Anfang April schon mal Auckland erkunden und mir dann einen riesen Willkommensempfang bereiten :)

Liebe Grüße
Steffi und Joana